Fandom


Die General Dynamics F-16 Fighting Falcon ist ein einstrahliger Jagdbomber in Mitteldecker-Auslegung mit Pfeilflügeln und geraden Tragflächenhinterkanten (Erstflug Prototyp 13.12.1973, Serie 07.08.1978).

Aufgrund hoher Wendigkeit und hervorragender Flugeigenschaften eines der erfolgreichsten Kampfflugzeuge aller Zeiten. Über 8000 F-16 wurden in mehr als zehn Versionen produziert und in rund 20 Länder exportiert.

Als die F-16 im Jahr 1978 in Dienst gestellt wurde, wurden mit ihr einige technische Neuerungen eingeführt, unter anderem die blasenförmige Cockpithaube ohne Streben für eine verbesserte Rundumsicht, einen seitlich montierten Steuerknüppel zur einfacheren Bedienung, einen um 30° geneigten Pilotensitz zur verbesserten Aufnahme der g-Kräfte und ein Fly-by-wire-System. All diese Maßnahmen dienten dazu, der F-16 eine hohe Wendigkeit zu verleihen, da sich im Vietnamkrieg gezeigt hatte, dass Luftkämpfe weiterhin primär im Nah- bzw. Kurvenkampf absolviert werden. Von Anfang an war die F-16 weder als technischer Durchbruch noch als mächtige Waffenplattform gedacht, sondern als hochverfügbares kostengünstiges „Arbeitstier“ für viele Einsatzgebiete. Dies unterscheidet die F-16 von ihren Vorgängern und parallel eingeführten Mustern, die entweder nicht allwettertauglich (F-104) oder sehr teuer waren (F-15).

Die F-16 hat ihren Ursprung im Lightweight-Fighter-Programm, einem vom amerikanischen Verteidigungsministerium im Jahr 1974 ausgeschriebenen Konstruktionswettbewerb, der ein kostengünstiges Flugzeug mit einem Schub-Gewichts-Verhältnis größer als 1:1 als Ersatz für einige ältere Typen in den Beständen der United States Air Force zum Ziel hatte. Zwei Firmen wurden schließlich beauftragt, Prototypen zu bauen: General Dynamics den einmotorigen Prototyp YF-16 und Northrop den zweimotorigen Prototyp YF-17 Cobra. Die Air Force wählte nach einem Auswahlverfahren die YF-16 für den Serienbau. Die YF-17 wurde nicht eingemottet, sondern erfolgreich zum trägergestützten Jagdbomber F/A-18 Hornet weiterentwickelt.

F-16 Cockpit

Die Steuerbefehle des Piloten werden zudem nicht direkt an die Servomotoren an den Steuerflächen weitergegeben, sondern zunächst an einen vierkanaligen Fluglagecomputer (FLCS) geleitet. Dabei ist ein Kanal als Reserve bei Systemausfällen eingeplant. Die Verwendung eines FLCS-Rechners ermöglichte es, die F-16 als Flugzeug mit Instabilität bei Unterschallgeschwindigkeit um die Längsachse zu bauen. Die Flugzelle besteht im Wesentlichen aus Aluminium (78 %) und verschiedenen Stahlsorten (11 %). Eine weitere Maßnahme, um die Piloten noch kleinere Radien fliegen lassen zu können, war die Steigerung der Neigung des Pilotensitzes von 13 auf 30°. In diesem „Liegesitz“ ist es dem Piloten weit besser möglich, den Auswirkungen der Zentrifugalkraft – bei engen Flugkurven bis zu 9g, also 9-facher Erdbeschleunigung – zu widerstehen, ohne bewusstlos zu werden.

Versionen Bearbeiten

F16A/B Bearbeiten

  • Block 1/5/10
    Frühe Serien. Untereinander nur minimale Unterschiede.
    F-16 von vorne

    F-16A

  • Block 15
    Die erste größere Überarbeitung der F-16. Block 15 besaß vergrößerte Höhen- und Querruder, zwei neue Waffenaufhängungen direkt neben dem Lufteinlass, das verbesserte AN/APG-66-Radar und eine erhöhte Traglast. Die Produktion lief 1996 aus.
  • Block 15 OCU
    Ab 1987 wurden Block-15-Flugzeuge nach dem Operational Capability Upgrade (OCU)-Standard ausgeliefert. Dazu gehörte das verbesserte F100-PW-220-Triebwerk, die AGM-65-Maverick-Rakete, AIM-120 AMRAAM, Gegenmaßnahmen und ein verbessertes Cockpit.
  • Block 20
    150 OCUs für Taiwan.
    Türkische F-16

    Zwei türkische F-16C

  • Weitere Varianten
    • F-16/79 – Modifizierte Exportversion der F-16A für das J79-Triebwerk, Projekt abgebrochen.
    • F-16/101 – Modifizierte F-16A für das F101-Triebwerk, ebenfalls abgebrochen. Davon abgeleitet: F110-Triebwerk in F-16C/D.
    • F-16ADF – Verbesserte F-16A/B. Ging fabrikneu an die United States Air National Guard.
    • F-16I – Eine Version mit verbesserter Avionik, hergestellt für Israel.
    • F-2A/B(FS-X) – Modifizierte Version, Lizenzbau in Japan von Mitsubishi.
    • F-16XL – Version mit Doppeldeltaflügeln, von der NASA zur aeronautischen Forschung genutzt. Ursprünglich für die Ausschreibung des Enhanced Tactical Fighter (ETF) entwickelt, unterlag dabei aber dem F-15E Strike Eagle. Danach in Nutzung bei der NASA.
      F-16XL (NASA)

      F-16XL der NASA

  • F-16N – Eine vereinfachte Version der F-16C/D für die US-Navy

als Feinddarstellungsflugzeug. So wurde ein einfacheres Radar eingebaut und die Bordkanone fehlt. Wegen strukturellen Überlastungen bis 1994 ausgemustert und 2002 durch im 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) eingelagerte Block 15 OCU ersetzt, die ursprünglich nach Pakistan gehen sollten.

  • RF-16C/F-16R – Experimentelle Aufklärer-Version mit ATARS-Paket.
  • F-16 MATV – Experimentelle F-16 mit Schubvektorsteuerung.

Programm galt als erfolgreich, wurde aber nie in einer Serienversion verwirklicht.

  • F-16 MLU – (Mid Life Update) Update für F-16A/B der Königlich Niederländischen Luftwaffe, der belgischen Luftwaffe, der Königlich Dänischen Luftwaffe, der Portugiesischen Luftwaffe und der Königlich Norwegischen Luftwaffe. Überzählige Flugzeuge dieses Modells wurden von

den Niederlanden und Belgien an Chile und Jordanien geliefert.

F16C/D Bearbeiten

  • Block 25
    Die F-16C des Blocks 25 flog erstmals im Juni 1984 und stand ab September des gleichen Jahres im Dienst der USAF. Diese Flugzeuge

besitzen ein AN/APG-68-Radar, Präzisions- und Nachtangriffsfähigkeit und das F100-PW-220E-Triebwerk.

  • Block 30/32
    Im Rahmen des Alternative-Fighter-Engine-Projekts konnten diese Flugzeuge entweder mit dem standardmäßigen Pratt-&-Whitney-Triebwerk oder dem General Electric F110 ausgerüstet werden. Auf 0 endende Blöcke haben ein GE-Triebwerk, mit 2 endende Blöcke fliegen mit P&W. Die ersten Block 30 F-16 gingen 1987 in Dienst. Erstmals konnten sie die AGM-88-Harm-Antiradarrakete und die AGM-65 Maverick tragen. Flugzeuge ab Block 30D aufwärts besitzen vergrößerte Lufteinlässe für das leistungsstärkere GE-Triebwerk. Block 32 musste nicht modifiziert werden. Die Produktion von F-16C/D mit F110-Triebwerken begann Mitte 1986, nachdem dieses Triebwerk 1984 von der USAF ausgewählt wurde.

F-16E/F Bearbeiten

  • Block 60
    Basiert auf der F-16C/D, mit Conformal Fuel Tanks (CFT) sowie verbesserter Avionik und Radar; wurde bislang nur in die Vereinigten Arabischen Emirate verkauft. Das General Electric F110–132 ist eine Weiterentwicklung des 129er-Modells und erreicht 144,4 kN Schub. Ein wichtiger Unterschied zu vorherigen Blöcken ist das Northrop Grumman APG-80-Active-Electronically-Scanned-Array-Radar (AESA) mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung und feststehender Antenne. Damit können mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllt werden (Luft-Luft, Luft-Boden, Geländeverfolgung), da die Abstrahlung des Radars ohne die Verzögerung durch eine mechanische Schwenkung einer Antenne neu ausgerichtet werden kann (die Emirate waren das erste Land außerhalb der USA mit dieser neuen Radartechnick).

Einsätze Bearbeiten

F-16 feuert eine AGM-65D Maverick ab

Eine F-16 feuert ein AGM-65D Maverick ab.

Da sie in viele Staaten exportiert oder dort in Lizenz gebaut wurde, hat die F-16 auch an vielen Konflikten teilgenommen, die meisten davon im Nahen Osten. Am 7. Juni 1981 nahmen zwei Gruppen von jeweils vier israelischen F-16 am Angriff auf den irakischen Atomreaktor Osirak in der Nähe von Bagdad teil. Der gesamte Flug (965 km einfach) wurde unter absoluter Funkstille und im Tiefflug durchgeführt. Im folgenden Jahr, als Israel in den Libanon einmarschierte, griffen die israelischen Falcons unzählige Male syrische MiG-23 „Flogger“ an und gingen – bis auf ein einziges Mal – immer als Sieger aus den Luftkämpfen hervor. Im Zweiten Golfkrieg 1991 flogen die F-16 der USAF Angriffe auf irakische Bodentruppen und feste Ziele und hielten den Luftraum frei. In der sich anschließenden „Operation Southern Watch“, der Überwachung der Flugverbotszone im Südirak, kam es am 12. Dezember 1992 zum ersten BVR-Abschuss („außerhalb der Sichtweite“) einer feindlichen MiG-29 „Fulcrum“ mit der noch relativ neuen AIM-120-Rakete. Auch in allen folgenden Konflikten der 1990er-Jahre, beispielsweise im Kosovo-Krieg, während des Sturzes der Taliban in Afghanistan und schließlich während des Dritten Golfkriegs, setzte die US Air Force die F-16 als Jäger und zum Angriff auf jede Art von Bodenzielen ein.

In Deutschland sind derzeit zwei F-16CJ-Staffeln (die 22nd und 23rd Fighter Squadron) der USAF auf der Spangdahlem Air Base stationiert.

Risszeichnung der F-16

Risszeichnung der F-16

Am 18. März 2005 übergab Lockheed-Martin die letzte von insgesamt 2214 F-16 an die USAF, eine F-16CJ-50. Künftig werden im Lockheed-Martin-Werk in Fort Worth nur noch F-16 für den Export gebaut. Das Modell ist das meistexportierte westliche Kampfflugzeug. Die letzten F-16 der USAF werden nach den derzeitigen Plänen im Jahr 2025 außer Dienst gestellt. Sie werden bis dahin durch neue F-35 „Lightning II“ ersetzt werden.

Technische Daten Bearbeiten

Kenngröße Daten der F-16C Daten der F-16E
Typ: Mehrzweckkampfflugzeuge Mehrzweckkampfflugzeuge

Länge:

14,52 m (15,03 m mit Staurohr) 14,52 m (15,03 m mit Staurohr)
Flügelspannweite: 9,45 m 9,45 m
Flügelfläche: 27,87 m² 27,87 m²
Flügelstreckung: 3,2 3,2
Tragflächenbelastung:

minimal (Leergewicht): 297 kg/m²

nominal (normales Startgewicht): 431 kg/m²

maximal (maximales Startgewicht): 688 kg/m²

minimal (Leergewicht): 311 kg/m²

nominal (normales Startgewicht): 457 kg/m²

maximal (maximales Startgewicht): 813 kg/m²

Höhe: 5,09 m 5, 09 m
Normales Startgewicht: 12.003 kg 12.747 kg
Maximales Startgewicht: 19.187 kg 22.680 kg
Leergewicht: 8.273 kg 8.670 kg
interne Treibstoffkapazität: 3.986 l 7.390 l (mit CFTS)
Höchstgeschwindigkeit:

Mach 2,02 bzw. 2.142 km/h (auf optimaler Flughöhe)

Mach 1,2 bzw. 1.470 km/h (auf Meereshöhe)

Mach 1,89 bzw. 2.007 km/h (auf optimaler Flughöhe)

Mach 1,2 bzw. 1.470 km/h (auf Meereshöhe)

Dienstgipfelhöhe: 15.240 m 15.240 m
Maximale Steigrate: 254 m/s -
Maximale Wenderate:

kurzzeitig: ca. 26°/s

dauerhaft: 21,7°/s

-
Rollrate: 270°/s -
Einsatzradius:

Hi-Hi-Hi-Profil: 925 km

Hi-Lo-Hi-Profil: 580 km

Hi-Hi-Hi-Profil: 1.605 km

Hi-Lo-Hi-Profil: 650 km

Startrollstrecke: 533 m -
Landerollstrecke: 762 m -
Maximale Waffenlast: 9.276 kg -
Triebwerk: ein Turbofan General Electric F110-GE-100 Turbofan General Electric F110-GE-132
Schubkraft:

mit Nachbrenner: 128,90 kN

ohne Nachbrenner: 76,31 kN

mit Nachbrenner: 142,38 kN

ohne Nachbrenner: 79,22 kN

Schub-Gewicht-Verhältnis:

maximal (Leergewicht): 1,59

nominal (normales Startgewicht): 1,09

minimal (maximales Startgewicht): 0,69

maximal (Leergewicht): 1,67

nominal (normales Startgewicht): 1,14

minimal (maximales Startgewicht): 0,64

BewaffnungBearbeiten

F-16 mit voller Bestückung

Interne Rohrwaffe

Kampfmittel an elf Außenlaststationen (davon zwei nur für Sensorbehälter)

Luft-Luft-Lenkflugkörper

  • 6 × LAU-7/A-Startschienen seitlich an Aufhängestation für je 1 × AIM-9P-3/L/M „Sidewinder“ – infrarotgesteuert, selbstzielsuchend für Kurzstrecken

Luft-Boden-Lenkflugkörper

Lenkbomben

Lenksatz hinten)

Ungelenkte Bomben (an bis zu zwei Bombenträgergestellen BRU-41 MULTIPLE EJECTOR RACK oder drei BRU-42 TER)

Zusatzbehälter

  • 1 × Rafael/Nortroph-Grumman AN/AAQ-28(V) „Litening G.III“-Zielbeleuchtungsbehälter (Forward Looking Infrared-Pod mit Wärmebildgerät, TV-Kamera, Laserpeiler sowie Lasersuch- und Folgesystem)
  • 1 × LANTIRN-Zielbeleuchtungs- und Navigationsbehälter
  • 1 × AN/ALQ-131, EKF-Störbehälter
  • 1 × AN/ALQ-184, EKF-Störbehälter
  • 1 × Lockheed-Martin AN/AAQ-33 „Sniper ATP“-Zielbeleuchtungsbehälter
  • 3 × abwerfbarer Zusatztank für 1135 Liter (für 300 gal Kerosin)
  • 3 × abwerfbarer Zusatztank für 1249 Liter (für 330 gal Kerosin)
  • 2 × abwerfbarer Zusatztank für 1400 Liter (für 370 gal Kerosin)
  • 2 × abwerfbarer Zusatztank für 2271 Liter (für 600 gal Kerosin)
  • 1 × UTC Aerospace DB-110 – Langstrecken-Bildauflklärungsbehälter mit elektrooptischen- und Wärmebild-Sensoren
  • 2 × CNU-188/A-Gepäckcontainer

Galerie Bearbeiten

Videos Bearbeiten

Turkish F-16 Pilot Ducks Under The Glide Slope, Low Over The Plane Spotters

Turkish F-16 Pilot Ducks Under The Glide Slope, Low Over The Plane Spotters.

CRAZY STUNTS performed by US Air Force F-16 Aircraft

CRAZY STUNTS performed by US Air Force F-16 Aircraft

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.